Quelle: KTM-CLUB News
Fragen und Antworten zum Schmierstoff (SHELL)
Welche Aufgaben haben Schmierstoffe zu erfüllen? Was versteht man unter synthetischen Ölen? Welche Eigenschaften haben synthetische Öle? Was versteht man unter Viskosität? Wodurch verändert sich die Viskosität eines
Öles? Auf welche Weise kann man Schmieröle
besonderen Anforderungen anpassen? Was bedeutet "SAE" bei der
Einteilung der Viskositätsbereiche (z.B. SAE 15W-40)? Was bedeutet das Kürzel "HD" bei
der Bezeichnung eines Öls? Kann man Lkw-Öle in Motorrädern einsetzen? Wodurch wird Motoröl in seiner Leistung
beeinträchtigt? Welche Viskositätsspannen sind bei modernen
Motorradmotoren zu erwarten? Wie erreicht man Mehrbereichcharakteristik von
Motorenölen? Was sind Viskositätsindexverbesserer? Kann man Mineralöl und synthetisches Öl
mischen? Kann ein lange mit Synthetiköl betriebener
Motor problemlos auf Mineralöl umgestellt werden? Kann ein lange mit Mineralöl betriebener
Motor problemlos auf Synthetiköl umgestellt werden? Kann es am Öl liegen, wenn ein Zweitakter Öl
aus dem stark verkohlten Auspuff wirft? Welche Vorteile bringen OW-Öle in Motorrädern? Kann man ein Motorradöl auch im Pkw-Motor
benutzen? Ist synthetisches Öl ungünstig für
Nasskupplungen? Welche Vorteile hat Rizinusöl? Muss Rizinusöl in einem höheren Verhältnis
gemischt werden als synthetisches 2-Takt-Rennöl? Bringen Rennöle grundsätzlich eine
Leistungssteigerung? Ist bei hohen Beanspruchungen eines
2-Takt-Motors ein besonderes Mischungsverhältnis nötig? Muß qualitativ hochwertiges Öl seltener
gewechselt werden? Was spricht gegen den Einsatz billigen Öls,
wenn man es dafür häufiger wechselt? Kann man mit Rennölen eine Steigerung der
Oktanzahl erreichen? Braucht ein Motorrad mit separatem Getriebe
und Trockenkupplung ein spezielles Motorradöl? Wie hoch darf die Öltemperatur ansteigen? Kann man auch andere Viskositäten benutzen
als die vorgeschriebenen? Wie hoch liegen typische Metallgehalte in
Gebrauchtölen? Gibt es ein spezielles Öl für
Motorrad-Oldtimer? Wie entstehen Emulsionen in der Kurbelgehäuseentlüftung? Kann ein Motorrad durch schlechtes oder
falsches Öl an Leistung verlieren? Kann man, z.B. auf langen Touren im Ausland,
einfach ein anderes Öl auffüllen? Gibt es Motoren, die nicht mit Synthetikölen
betrieben werden sollten? Welche besonderen Eigenschaften sollte ein
Getriebeöl haben?
Sie sollen Reibung und Verschleiß gleitender oder sich drehender Maschinenteile
vermindern und vor Korrosion schützen, sie sollen außerdem kühlen,
konservieren, abdichten, den Motor sauberhalten, den Verbrauch reduzieren und
die Leistung erhöhen.
Die Moleküle synthetischer Öle werden aus Kohlenwasserstoff oder anderen
Verbindungen künstlich aufgebaut. Ausgangsprodukt ist dabei üblicherweise Erdöl.
Ein sehr gutes Viskositäts-Temperaturverhalten, d.h. sozusagen eine eingebaute
Mehrbereichscharakteristik. Dadurch lässt sich eine sehr gute Scherstabilität
erreichen. Außerdem sind sie sehrtemperaturfest und auch bei Kälte sehr
schmierfähig.
Sie ist das Maß für die Zähflüssigkeit eines Öles.
Durch Temperaturschwankungen (warm = dünnflüssig / kalt = dickflüssig), aber
auch durch Scherung und Kraftstoffeintrag (dünnflüssig) oder Alterung und
Eintrag von Verbrennungsruß (dickflüssig).
Durch den Zusatz von Additiven (bis zu 25% bei Hochleistungsölen sind
Additive).
SAE ist die Abkürzung für "Society of Automotive Engineers"
(Vereinigung der Automobilingenieure/USA).
quot;Heavy Duty" - für schwerste Beanspruchung (üblich bei
Lkw-Dieselmotorenölen).
Die allermeisten nicht. Bestimmte Additive, die ein Lkw-Motor benötigt, führen
in Ottomotoren zu Glühzündungen und so u.U. zu Motorschäden.
Durch Alter, Staub, Metallabrieb, schlechten Kraftstoff, Verbrennungsrückstände
und Wasser, aber auch durch zu niedrige oder zu hohe Öltemperaturen.
Etwa 5W-30 bis 20W-50. Aufgrund abnehmender Scherstabilität ist eine zu große
Viskositätsspreizung (z.B. 0W-60) zu vermeiden.
a) Durch Einsatz von Ölen mit hohem natürlichem Viskositätsindex, z.B.
Synthetikölen oder
b) durch Einsatz von Viskositätsindexverbesserern oder
c) durch Kombination von a) und b).
Sehr große Moleküle, die die Mehrbereichseigenschaften eines Öles bei hohen
Temperaturen verbessern. Nachteile: Sie verlieren durch Scherung an Wirksamkeit
(Öl wird dünner) und führen zu Verschmutzungen, insbesondere am Kolben.
Ja. Das ist heutzutage problemlos.
Ja. Man darf aber nicht automatisch die gleiche Leistungsfähigkeit des Öles
erwarten, auch nicht vom Additivpaket, das bei synthetischen Ölen meist
leistungsfähiger ausgelegt ist.
Prinzipiell ja, wenn auch Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden kann.
Durch die Verwendung von Synthetiköl wird ein solcher Motor meist deutlich von
Verbrennungsrückständen - insbesondere an den Kolben - gereinigt, was
kurzzeitig zu einem höheren Ölverbrauch führen kann, der sich dann jedoch
wieder stabilisiert, sofern der Motor technisch einwandfrei ist.
Ja. Oftmals ist jedoch eine zu reich dosierte Einstellung der Ölpumpe
verantwortlich, was die Werkstatt überprüfen kann. Gegebenenfalls auf bessere
Ölqualität umsteigen.
Keine. OW-Öle sind beispielsweise bei allen japanischen Modellen nicht
zugelassen, da es zu Getriebeverschleiß kommen kann. Außerdem ist bei
Nasskupplungen mit Kupplungsrutschen zu rechnen, da sie zur Reduzierung des
Kraftstoffverbrauches in Pkw-Motoren meistens Reibwertminderer enthalten.
Motorradöl im Automotor: Ja, wenn die vorgeschriebene Spezifikation stimmt,
Pkw-Öl im Motorradmotor: Nicht generell. Motorrad-Öle sind meist deutlich
scherstabiler (wg. Integriertem Getriebe) und thermisch stabiler ausgelegt, dafür
aber weniger für extremen Winterbetrieb geeignet.
Nein. Lediglich die Verwendung von Pkw-Synthetikölen kann zu
Kupplungs-Problemen führen, da dort oft reibungsmindernde Additive eingesetzt
werden.
In Zweitaktern hat Rizinusöl die denkbar besten Schmiereigenschaften.
Allerdings ist der Motor oft schon nach einem Rennen verschmutzt und muss
gereinigt werden. Bei Viertaktern wird Rizinusöl nur dann verwendet, wenn
Methanol-Kraftstoff eingesetzt wird (z.B. Speedway).
Üblicherweise ja (z.B. im Kartsport 16:1).
Nicht unbedingt. Rennöle können auch auf maximale Haltbarkeit ausgelegt sein,
z.B. für Endurance-Rennen.
Üblicherweise ist das nicht nötig. Im Zweifelsfall kann man aber etwas mehr Öl
beigeben.
Eigentlich ja, doch werden die Wechselintervalle von den Motorenherstellern
verbindlich vorgegeben.
Billiges Öl kann von vornherein überfordert sein und zu Verschleiß und
Verschmutzung führen.
Im Zweitaktbereich theoretisch ja, jedoch selbst bei hoher Öldosierung kaum
nennenswert und obendrein verboten.
Aufgrund der besseren thermischen Stabilität ist der Gebrauch eines
synthetischen Motorradöles anzuraten.
Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht
ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1. Ringnut) und
können bis zu 300 Grad Celsius betragen. Wann ein Motor aufgibt, ist sehr
unterschiedlich. Einige vertragen Ölsumpftemperaturen von 160 Grad Celsius, bei
anderen sind 125 Grad Celsius bereits höchst bedenklich.
Ja. Die Viskosität allein sagt nichts über die Qualität eines Öles aus.
Nach 5.000 km findet man bis zu 100 mg/kg Eisengehalt in einem Gebrauchtöl.
Kupfer, Blei und Aluminium z.B. liegen viel niedriger.
Faustregel: Moderne Spitzenöle sind für Motorrad-Oldtimer völlig ungeeignet
und können zu Dichtungsunverträglichkeiten führen. Empfehlung: Dicke
Einbereichsöle mit niedriger Additivierung verwenden.
Durch Auskondensieren von Ölnebel und Wasser. Die Emulsionen verschwinden, wenn
der Motor richtig warmgefahren wird bzw. die Außentemperaturen steigen. Geringe
Mengen sind völlig harmlos.
Ja: 1. durch Verschleiß, 2. durch zu hohe Viskosität (zu dickflüssig), 3.
durch mangelnden Kraftschluß an der Nasskupplung (Kupplungsrutschen durch Pkw-Öl).
Im Prinzip ja, idealerweise allerdings ein spezielles, nicht zu dünnes Motorradöl.
Ja, nämlich Oldtimer bzw. klassische Motorräder. Außerdem Motoren mit sehr
hoher Laufleistung, die ausschließlich mit Mineralöl betrieben wurden und
schon an erhöhtem Ölverbrauch leiden.
Sein Schmierfilm muss durch geeignete Additivierung besonders druckfest sein, es
darf keinen Schaum bilden, muss Korrosion verhindern und wärmeableitend sowie
gut dichtungsverträglich sein. Wichtig ist es, immer die Empfehlung des
Herstellers zu beachten (z.B. API GL 4, wenn gefordert).
from:mfroitzh
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