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Die folgende Fahrtechnikanleitung ist von Bert von Zitzewitz's MX- und Enduroschule. Es wurde mir gestattet die Anleitung unter Angabe des Urhebers (BvZ) hier zu veröffentlichen. -Vielen Dank an BvZ und viel Spaß beim Lesen Anmerkungen zur Fahrphysik Punkt 1. Die Position des Kopfes sollte sich auf der Längsachse des Motorrades kaum verändern. Das heißt, daß die Position sowohl im Sitzen als auch im Stehen immer annähernd an der gleichen Stelle ist. Egal ob in der Kurve oder beim Springen. Die Position verändert sich nur wenig. Früher war man immer bemüht am Lenker zu ziehen und den Körper dabei nach hinten zu bewegen. Heute befindet sich der Fahrer immer im Zentrum der Maschine und arbeitet aus dieser Position. Punkt 2. Klemme bei Springen, Wellen und Kurven die Maschine zwischen Deine Knie. Jeder Kontakt zur Maschine bringt Dir Sicherheit und mehr Stabilität ins Fahren. In Kurven muß das kurvenäußere Knie immer fest am Tank sein. Es ist wichtig für die Führung des Motorrades und für die Kraftübertragung. Punkt 3. Um auch auf glattem Untergrund saubere Kurven zu fahren ist es ganz wichtig die äußere Fußraste wirklich und voll zu belasten. Das Gewicht auf der Raste gibt dem Motorrad die nötige Stabilität und hilft eine saubere Linie zu fahren. Punkt 4. Die richtige Benutzung der Kupplung gehört schon lange zum sportlichen Motorradfahren. Sie dient nicht mehr ausschließlich dem Anfahren. Die Kupplung wird heute für fast jede Aktion auf dem Motorrad benutzt. Mit der Kupplung kann ich aus Kurven im größeren Gang herausbeschleunigen. Bei Sprüngen mehr Höhe erziehlen. Beim Beschleunigen in welligen Passagen eine bessere Traktion erreichen. Um die Lage des Motorrades in der Luft zu korrigieren ist die Kupplung nötig.usw..... Punkt 5. Die Ellenbogen sollen hoch gehalten werden und vom Körper weg zeigen. Es ist nötig um die Arm- und Schulterkraft richtig einsetzen zu können und um sich in der Bewegungsfreiheit nicht selbst zu behindern. Mit tiefen Ellenbogen wird es mir nicht gelingen das Motorrad über ein Wellental zu heben. Mit tiefen Ellenbogen ist auch die Landung nach Sprüngen viel unsicherer und das Motorrad kann unter dem Fahrer hindurchlaufen und außer Kontrolle geraten. Punkt 6. Bei unserem Sport verändert sich die Strecke von Runde zu Runde. Halte die Augen auf und sei flexibel. Fahre nicht stur hinter jemandem her, sondern studiere seine Linie und suche Dir eine Bessere. Nur so kannst Du überholen und nur so kannst Du die kraftschondere Linie für Dich finden. Besonders wichtig ist das bei Sandstrecken und im Schlamm, bei Sprüngen und bei der Landung. Punkt 7. Halte in Wellen das Tempo mögichst konstant. Versuche mit gleicher Geschwindigkeit hinein und herauszufahren. Nicht in jeder Welle am Gas drehen. Es ist besser zu Beschleunigen als die Geschwindigkeit zu verringern. Ein Verringern der Geschwindigkeit kann zu Instabilität des Motorrades und zu Unsicherheit beim Fahren führen. Punkt 8. Das Motorrad beim Absprung eines Sprungs in die Federn zu drücken bringt mehr Höhe. Das ist wichtig bei Doppelsprüngen oder Table Tops aber auch um bei ausgefahrenen Sprüngen vor der eigentlichen Kante abzuspringen. Es hilftauch Absätze hinaufzuspringen. In Verbindung mit dem richtigen Einasatz der Kupplung kann man den Effekt noch verstärken. Punkt 9. Beim Driften ist es ganz wichtig die ganzen ersten Punkte zu beherrschen. Bleibe beim Driften immer am Gas. Versuche den Drift durch die Lage des Motorrades und das Einschlagen des Lenkers zu beeinflussen und nicht durch Gas wegnehmen. Das Gas wegnehmen führt häufig zum Highsider. Der schnelle Drift ist in der Regel leichter zu beherschen als der Drift im kleinen Gang in engen Kurven. Versuche in engen Kurven am Limit zu fahren und der einstzende Drift zeigt Dir die Grenze. Wenn Du in jeder Runde die Kurve mit ganz leichtem Drift fährst, dann bist Du am Ende am schnellsten. Vermeide übertriebenes Dritten. Punkt 10. Schalten mit oder ohne Kupplung? Hochschalten möglichst immer mit Kupplung. Herunterschalten kann auch ohne Kupplung erfolgen. Beim Hochschalten kann man das Gas stehen lassen und hat somit den optimalen Anschluß im nächsten Gang. Außerdem schont das Schalten mit Kupplung das Getriebe. Anmerkungen und Erklärungen zur Fahrtechnik Einstellungssache Der eine Fahrer ist 1,60 m, der andere 1,90 groß. Beide müssen mit
einer Maschine von der Stange zurecht kommen. Zuerst wird also das
Motorrad "angepaßt". Haltungsfrage l. Grundhaltung/-position Mit "Aufsteigen, Motorrad starten und losfahren" ist es
nicht getan. Man sollte sich vorher noch überlegen, wie man eigentlich
auf dem Moped "sitzt" bzw. "steht"! 2. Sitzen oder Stellen Grundsätzlich gilt: Es wird so viel wie möglich im sitzen
gefahren, und so viel wie nötig im stehen. Leider ist es im Gelände
aber fast immer nötig zu stehen! Warum ist das so? Im stehen kann man
das Motorrad unter sich arbeiten lassen. Mit Hilfe von Armen und Beinen
kann man Bodenunebenheiten ausgleichen aber der Körper/Kopf bleibt
ruhig. So kann man dann auch das Motorrad kontrollieren, auf ihm agieren
und es dirigieren. 3. Geradeaus Beim Geradeaus fahren gilt, falls Unebenheiten, Löcher oder Spurrillen vorhanden sind, Vorderrad entlasten, Hinterrad belasten und VOLLGAS... 4. Kurven Zur einfacheren Behandlung "zerlegen" wir die Kurve in drei
Bereiche: 4a. Zur Anfahrt: Wir kommen stehend auf die Kurve zu (wie siehe 2.), möglichst auf einer Linie ohne Löcher und mit gutem Grip. Gerade vor der Kurve ist das Stehen besonders wichtig, damit wir das Motorrad sauber und sicher in die von uns angestrebte Spur dirigieren können und gleichzeitig die Schläge von den Anbremswellen ausgleichen. Um das Motorrad stabil halten zu können, müssen wir möglichst weit hinten stehen. Den Grip brauchen wir zum Bremsen. Natürlich werden grundsätzlich beide Bremsen gleichmäßig und intensiv genutzt! Das Hinterrad darfauf keinen Fall blockieren, da es sonst nur geradeaus rutscht und nicht in unseren "Halt"(s.u.) läuft! 4b. Die Kurve: In dem Moment, in dem das Vorderrad Halt hat (Spurrille, Anlieger,
besonders griffiger Boden, etc.) und die eigentliche Richtungsänderung
stattfindet (in der Regel kurz vor dem Scheitelpunkt der Kurve), setzen
wir uns hin! Beim hinsetzen ist darauf zu achten, daß der Bremsfuß von
der Bremse geht, ansonsten hat man das gesamte Gewicht des Beines/Körpers
auf der Bremse und das Hinterrad blockiert! (Vor allem bei Linkskurven
ein Problem!) Wir setzen uns in der Regel möglichst weit nach vorn,
Richtung Drehpunkt (Steuerkopf). Dabei ist wichtig, daß nicht nur der
Hintern vorn ist, sondern auch Oberkörper und Kopf müssen mitkommen! 4c. Zur Abfahrt: Sobald wir merken, daß beide Räder (also auch das Hinterrad)
sicheren Halt haben, können wir beschleunigen. Wichtig ist, daß man
nicht zu Früh Gas macht, da man sonst nur quer steht und nicht vorwärts
kommt (die Zuschauer lieben das allerdings ...). Wenn der Halt zu Ende
ist, muß man das Motorrad aufgerichtet haben, da man sonst durch die
Querbeschleunigung und den fehlenden Halt am Hinterrad in den
ungewollten Drift geht. Haben wir wieder Löcher nach der Kurve, müssen
wir das Hinterrad besonders belasten, damit es nicht an Fängt,
umherzuspringen! Wir können das machen, indem wir einfach auf der
Sitzbank etwas nach hinten rutschen (das ist die einfachste Methode)
oder aufstehen (vor allem bei lieferen Löchern empfehlenswert). Natürlich
darf man hier auch das Gasgeben nicht vergessen! 5. Driften Das Driften ist im allgemeinem nicht so wichtig. Es zu beherrschen
kann dennoch nichts schaden. Man kommt am leichtesten in den Drift,
indem man eine Kurve ohne richtigen Halt fährt und zu-"hart"
beschleunigt. Jetzt wird das Hinterrad ausbrechen. Ein guter Drift
erfordert viel Gefühl und Geschick. Die größte Gefahr lauert bei
schnellen Drifts, und zwar die des "Highsiders". Zu vermeiden
durch vorsichtiges heran tasten und viel Übung! Man kann den Drift auch
im "kleinen" üben, indem man beim Einfahren in die Kurve bewußt
das Hinterrad blockieren läßt, und dann noch während des Rutschens
die Kupplung wieder zusammen mit Gas kommen läßt. Wenn man es dabei
mal übertreibt, sind die Konsequenzen meist nicht so schlimm! Rauf und runter und in der Luft Bergab: "Runter kommen sie alle" sagt man. Wir wollen auf unseren zwei Rädern nicht egal wie, sondern heil unten ankommen. Dazu muß man ein paar Dinge beachten und vor allem die Technik beherrschen. Wer es langsam kann, macht es auch mit Tempo richtig. Vor der Hangkante Gewicht nach hinten auf das Hinterrad. Warum? beugt man sich nach vorne, läuft man Gefahr, daß das Heck der Maschine abhebt. Es geht auch hier um das kontrollierte Fahren und Bremsen. Genau auf einem bestimmten Punkt bergab anhalten können, ist das Lernziel. Hierfür übt man erst an einem kleinen Hang, tastet sich mit Vorder- und Fußbremse bis kurz vor dem Blockieren an die maximale Bremswirkung heran. Übungsziel: So langsam wie möglich den Hang hinunterfahren und unmittelbar bei Erreichen der Horizontale im rechten Winkel abbiegen. Im nächsten Schritt wird an einem bestimmten Punkt angehalten. Bergauf: Es geht los mit kurzen Auffahrten. Wir üben ganz sauber die Technik.
Anschließend kann man mehr Gas geben, auch mal die Hangkante überspringen.
Aber halt - erst langsam. Damit die richtige Technik in Fleisch und Blut
übergeht. Wir stehen unten und wollen bergauf. Die Fahr-Phasen
zerteilen sich folgendermaßen: Springen: Beim Bergauffahren reicht schon eine Idee zuviel Gas, und die Maschine hebt ab. Allmählich tastet man sich so an die Sprünge heran. Die Gemeinheiten im Gelände Hindernislauf Beim Fahren abseits befestigter Wege rollt man in den seltensten Fällen bequem dahin. Egal ob im Wettbewerb oder beim Endurowandern, erst durch die verschiedenen Hindernisse wird die Strecke interessant. Ja, es gilt doch eigentlich: je mehr Hindernisse und Probleme, um so anspruchsvoller und interessanter wird die Strecke! Und es gibt viele verschiedene Hindernisse im Gelände, wie zum Beispiel: Wasserdurchfahrten, Schlammlöcher, Spurrillen, Wurzeln, Baumstämme und so weiter ... Die erste Faustregel heißt wieder einmal: Im Stehen fallen! Wir versuchen die meisten Hindernisse stehend zu bewältigen, um eine bessere Kontrolle über das Moped zu haben, um besser Ausgleichen und Belasten zu können, und um uns zu schonen! Die Wasserdurchfahrt: Bei kleineren Pfützen und kurzen, flachen Bächen versuchen wir nur, das Vorderrad über das Naß zu heben. So ist gewährleistet, daß wir nicht triefend naß werden! Die Geschwindigkeit ist hier nicht so entscheidend, allerdings bekommt man das Vorderrad bei niedrigerein Speed leichter hoch. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie bekomme ich überhaupt das Vorderrad hoch? Also am einfachsten geht es durch plötzliches, etwas abruptes loslassen der Kupplung und gleichzeitigem Gasgeben und gleichzeitigem leichten ziehen am Lenker bei Gewichtsverlagerung nach Hinten! Da das nicht jedem in die Wiege gelegt ist, sollte man das erst einmal üben, bevor man sich an die Hindernisse macht! Ist die Durchfahrt tiefer und länger, fahren wir mit wenig Speed hindurch, damit das Spritzwasser nicht in Luftfilter und Vergaser gelangen kann. Aber auch, weil es nicht so lustig ist, den ganzen Tag total naß durch die Gegend zu fahren... Sehr wichtig ist auch, daß man versucht zu erkennen, wo die tiefen Stellen sind, um die dann zu meiden! Man sollte sich an einer schwer einzuschätzenden Durchfahrt auch nicht unbedingt vordrängen. Wenn man hängen bleibt ist man schnell allein und keiner sagt Danke! Schlamm/-löcher: Bei Schlammlöchern verhält es sich ähnlich wie bei
Wasserdurchfahrlen. Allerdings ist hier etwas Geschwindigkeit schon
wichtig, da der Schlamm einen immer "festhalten" will. Um so
wichtiger ist es auch, sich eine gute Spur auszusuchen, und nicht immer
bedingungslos dem Vordermann hinterher zu heizen. Bleibt der hängen,
haben wir gleich zwei Probleme: l. Wir stehen, anstatt zu fahren; 2. Wir
stehen in einer tiefen Spur im Schlamm und müssen da erst mal wieder
raus kommen! Also, ruhig mal vor dem Loch anhalten und schauen, wie der
Andere es macht, und nach alternativ Spuren Ausschau halten. Wurzeln/Baumstämme: Wurzeln sind eigentlich halb so wild, man darf auf ihnen nur nicht hart beschleunigen, nicht hart bremsen und auch keine plötzlichen harten Kurven fahren ... Es gilt, Ruhe bewahren und möglichst weich und rund zu fahren. Allerdings muß man verschärft aufpassen, wenn die Wurzeln naß sind. Dann sind sie nämlich unberechenbar glatt und gefährlich! Mit den Baumstämmen sollte man sich grundsätzlich etwas genauer auseinander setzen. Auf jeden Fall nicht mit Gewalt drüber räubern. Meist geht das nämlich mit einem derben Sturz aus! Also Regel l: Tempo verringern und langsam drauf zu fahren; Regel 2: möglichst immer im Rechten Winkel anfahren; Regel 3: wieder versuchen, das Vorderrad "drüber zu lieben". Dann haben wir nämlich schon mal die erste Hälfte geschafft. Wenn das Vorderrad auf oder über den Stamm ist, müssen wir wieder vom Gas gehen, damit wir nicht zu schnell und zu hart mit dem Hinterrad gegen knallen. Gleichzeitig entlasten wir unser Motorrad, damit das Hi-Rad über den Baum rollen kann. Spurrillen: Den Spurrillen sollte man grundsätzlich, wenn möglich, aus den Weg
gehen. An sonsten gilt: die Rille gerade anfahren, so das man sie sauber
trifft, dann Blick nach vorn, zum Ziel (Ende der Rille, oder noch
weiter), UND durch die Rille BESCHLEUNIGEN! Es ist hier ganz ähnlich
wie im Schlamm, durch die Geschwindigkeit wird unser Moped wieder
stabil. Gehen wir vom Gas, neigen wir dazu, das Gleichgewicht zu
verlieren und zu einer Seite umzukippen. Manchmal ist eine Spurrille
auch besser als die riesige Pfütze daneben. Also unbedingt üben!!! Sprungtechnik Der Sprung: Das Springen an sich ist nicht so dramatisch. Viel wichtiger ist das
Landen. Obwohl, runter kommen sie alle! Eine kontrollierte Landung ist
jedoch das A und 0 jeder Flugaktion. Sonst blamiert man sich nicht nur,
sondern tut sich auch noch gewaltig weh. Die Landung: Auch hier gibt es drei Möglichkeiten - naja, manchmal auch vier. --- |