• Anzugsdrehmomente für Zündkerzen
     

     

    Immer, wenn Kräfte über einen Hebel auf einen Drehpunkt wirken, spricht man von einem Drehmoment.

    Das trifft auch auf die Zündkerzenmontage zu. Hier spricht man jedoch vom Anzugsdrehmoment. Es gibt an, wie fest eine Schraube angezogen wird.

    Hierbei wird das Anzugsdrehmoment so gewählt, daß sich die Verbindung unter allen Betriebszuständen nicht lösen kann.

    Es ist deshalb wichtig, beim Zündkerzenwechsel die Anzugsdrehmomente und die Montagehinweise zu beachten. Sie sind detailliert im NGK Hauptkatalog aufgeführt. Erfahrungsgemäß werden viele der allerdings sehr selten auftretenden Temperatur- und Vibrationsschäden durch falsches Anzugsdrehmoment, d.h. durch Montagefehler verursacht. Insbesondere moderne Motoren reagieren hier äußerst sensibel.

    Sind die Anzugsdrehmomente zu klein, drohen Kompressionsverlust, ein Lösen der Mittelelektrode und Temperaturschäden durch verminderte Wärmeabfuhr. Auch kann es zu einem selb ständigen Lösen der Zündkerze kommen. Werden die Anzugsdrehmomente zu groß gewählt, kann der Zylinderkopf beschädigt werden. Des weiteren können auf die Zündkerze zu stark einwirkende Kräfte zu einem Abriß des Gewindes führen.

    Das Anzugsdrehmoment kann auch im nachhinein durch Messen der Höhe (Stärke) des Dichtringes ermittelt werden. Eine Zündkerze, deren Dichtring nicht zusammengedrückt ist, wurde mit einem zu geringen Anzugsdrehmoment angezogen. Umgekehrt ist eine Kerze mit einem zu stark gequetschten Dichtring mit einem zu hohen Anzugsdrehmoment angezogen worden.



    Zusammenfassend lassen sich drei wesentliche Punkte festhalten:

     
    1. Eine sachgerechte Zündkerzenmontage erfordert die strikte Einhaltung des Anzugsdrehmomentes sowie der Montageanleitung

       
    2. Anzugsdrehmomente lassen sich auch nachträglich ermitteln.

       
    3. Moderne Motoren reagieren besonders empfindlich auf Montagefehler.




    Anzugsdrehmomente für Zündkerzen mit flachem Sitz (mit Dichtung):

     


     
    18 mm
     
    14 mm
     
    12 mm
     
    10 mm
     
    Gußeisenkopf
     
    35-45 Nm
     
    25-35 Nm
     
    15-25 Nm
     
    10-15 Nm
     
    Aluminiumkopf
     
    35-40 Nm
     
    25-30 Nm
     
    15-20 Nm
     
    10-12 Nm
     



    Zum Installieren neuer Zündkerzen ohne Drehmomentschlüssel diese zuerst handfest bis zum Anliegen des Dichtringes montieren (keine Montagepaste erforderlich) und dann mit einem Zündkerzenschlüssel 1/2 bis 2/3 Umdrehungen weiterdrehen.




     

     

     Technik leicht verständlich
     

     
      
     
    Wie Sie den NGK-Code knacken...
     



    Wahrscheinlich haben Sie sich schon mal gefragt, was die Buchstaben-Zahlen-Kombinationen auf den NGK-Zündkerzen und ihren Packungen bedeuten.

    Die jeder NGK-Zündkerze gegebene Kombination von Buchstaben und Zahlen ist nicht nur die Typenbezeichnung, sondern vielmehr eine logische Formel, die wichtige Detailinformationen für die Funktion der Zündkerze beinhaltet.

    Mit dieser Zündkerzenformel hat NGK sein gesamtes Sortiment standardisiert und macht die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Kerze eindeutig kenntlich.

    Dies wiederum vereinfacht die Handhabung und richtige Wahl der NGK-Zündkerzen, sowohl in der Erstausstattung bei den Automobilherstellern, wie auch später dann im Handel, in den Werkstätten und zuletzt beim Kunden.



     





    Die typische Kennzeichnung lautet wie folgt:

    Die Buchstabenkombination (1-4) vor dem Wärmewert gibt Aufschluß über Gewindedurchmesser, Sechskantschlüsselweite sowie Bauweise.

    Die 5. Position (Zahlenangabe) steht für den Wärmewert.

    Der 6. Buchstabe kennzeichnet die Gewindelänge.

    Der 7. Buchstabe enthält Daten über spezielle Zündkerzen-Konstruktionsmerkmale.

    Die 8. Position, wiederum eine Zahl, verschlüsselt besondere Elektrodenabstände.

    Unser Tip:

    Für die richtige Anwendung die NGK-Zuordnungsliste verwenden. Dann liegen Sie garantiert richtig. Auf Anfrage schicken wir Ihnen unseren aktuellen Katalog gern gratis zu.
     

     

    Wärmewert und -kennzahl
     

    Individuell zugeschnitten auf die unterschiedlichen Motorkonstruktionen und Fahrbedingungen muß eine zeitgemäße Zündkerze sein. So kann es eine Zündkerze, die in allen Motoren problemlos funktioniert, nicht geben.

    Da die Temperaturentwicklung der jeweiligen Motoren im Brennraum unterschiedlich ist, braucht man deshalb Zündkerzen mit unterschiedlichen Wärmewerten.

    Ausgedrückt wird dieser Wärmewert durch die sogenannte Wärmewertkennzahl. Bei alten Einbereichszündkerzen wurden früher zwei- oder dreistellige Zahlenkombinationen verwendet, um die unterschiedlichen Wärmewerte anzugeben.

    Diese Wärmewerte, ausgedrückt durch die Wärmewertkennzahl, stellen eine auf Elektroden und Isolator gemessene, jeweils der Motorbelastung entsprechende mittlere Temperatur dar. An der Isolatorspitze sollte die Betriebstemperatur zwischen 400°C und 850°C liegen. wobei Temperaturen von über 400°C deshalb anzustreben sind, da bei darüberliegenden Temperaturen die auf der Isolatorspitze sich absetzenden Ruß- oder Ölkohlebeläge auflösen und sich die Zündkerze so wieder selbst reinigt.

    Über 850°C sollte allerdings die Temperatur am Isolator auch nicht liegen, könnten doch bei mehr als 900°C Glühzündungen auftreten. Außerdem werden bei extrem hohen Temperaturen die Elektroden zusätzlich durch chemisch-aggressive Verbindungen angegriffen oder zerstört. All dies hat nicht nur dazu geführt, daß die technische Weiterentwicklung wegführte von der alten Einbereichszündkerze hin zur modernen Mehrbereichszündkerze, mehr noch: Gerade die Entwicklung neuer Werkstoffe insbesondere für die Isolatoren oder die Verwendung hochwertiger Kupferkerne in den Mittelelektroden decken die heute erforderlichen Qualitätsstandards für diese weitgespannten Wärmewertbereiche ab.

     



     

    Diese technischen Vorteile haben zu einer Änderung der Zündkerzenbezeichnungsart geführt. So werden heute von modernen Herstellern wie NGK die Mehrbereichszündkerzen nur noch mit ein- oder zweistelligen Zahlen unterschieden. Diese lassen auch überhaupt keinen Hinweis mehr auf die "alte" Wärmewertkennzahl zu. Gleichzeitig weisen zusätzlich die Verkaufsunterlagen für jeden Motor die entsprechend passende Mehrbereichszündkerze aus.

    Für NGK-Zündkerzen gibt es eine einfache Faustregel:

    Niedrige Wärmewert-Kennzahl (z.B. BP4ES) "Heiße Kerze"

    hohe Wärmeaufnahme, bedingt durch eine lange Isolatorspitze.

    Hohe Wärmewert-Kennzahl (z.B. BP8ES) "Kalte Kerze"

    geringe Wärmeaufnahme, bedingt durch eine kurze Isolatorspitze.

    Haben Sie Fragen? Rufen Sie NGK unter 02102/974506 an. Herr Lübeck steht Ihnen zur Beantwortung zur Verfügung.